Die New York-Lovestory geht weiter

 

Vor zwei Jahren erhielt ich eine E-Mail auf Englisch mit der Frage „Clemens, hast du Lust nach New York zu kommen, um zu fotografieren, wie ich meiner Freundin einen Heiratsantrag mache?“. Beim Absender handelte es sich um Luciano, den ich ein Jahr zuvor auf einer deutsch-amerikanischen Hochzeit in der Nähe von Mainz kennengelernt hatte.
Ob ich nach New York zum Fotografieren kommen möchte? Das musste er mich nicht zweimal fragen…
Einige Monate später stand ich auf einem New Yorker Rooftop und fotografierte Lucianos Kniefall vor seiner Freundin Michelle. Ein Wahnsinns-Erlebnis bei diesem besonderen Moment dabei zu sein! (hier gibt's die Fotos zu sehen)

 

 

Verliebt, verlobt, …

 

 

Mitte 2017 ploppte dann erneut eine E-Mail von Luciano in meinem Postfach auf. Die beiden waren begeistert von meinen Fotos und fragten nun, ob ich auch ihre Hochzeit fotografieren würde?
Es ist natürlich immer das schönste Kompliment, wenn zufriedene Kunden zurückkommen. Doch bei Michelle und Luciano war die Freude besonders groß, würden sie mich doch extra für ihre große Hochzeit wieder nach New York einfliegen.

 

 

Getting Ready mit Liebesbriefen

 

 

Ein halbes Jahr später dann stand ich nahe des New Yorker Flat Iron Buildings in der „Lucky Guy Lounge“. Diese hatte Luciano für sich und seine Groomsmen am Morgen des Hochzeitstags angemietet, um zusammen zu frühstücken, zu pokern und sich für die anstehende Hochzeit in Schale zu werfen.
Nicht nur der Pokertisch, sondern die gesamte Lounge boten eine schöne und stilvolle Umgebung für die ersten Getting-Ready-Fotos des Tages. Wie auch bei deutschen Hochzeiten ging das Ankleiden des Mannes recht schnell und ehe ich mich versah, stand auch schon das Taxi vor der Tür, das uns zu Michelle brachte.

 

 

Auch Michelle war an diesem Morgen natürlich nicht alleine, sondern zelebrierte das Getting Ready mit ihren sechs Bridesmaids in einem schönen, hellen Loft auf dem Broadway. Auch hier glich vieles einer deutschen Hochzeit: die Tische waren voller Schminke, Frisierzubehör und allerlei anderer Kosmetik und die Sektflaschen waren auch schon geöffnet. :-)
Eines war allerdings beim Getting Ready von Luciano und Michelle neu für mich: Beide hatten am Morgen einen Liebesbrief des jeweils anderen bei sich, den sie dann beim Getting Ready vorlasen. Ein sehr schöner und emotionaler Moment, bei dem Michelle ihre Tränen nicht zurückhalten konnte. Schon beim Vorlesen der ersten geschriebenen Worte von Luciano kullerten die Tränen. Doch schnell schlug diese Ergriffenheit in schönstes Lachen und große Vorfreude um.

 

 

Ohne die Braut fangen sie nicht an!

 

 

Mit einem Shuttlebus ging es dann für Michelle, die Eltern, die Brautjungfern und die Trauzeugen durch den trubeligen Verkehr Manhattans zur Kirche, wo schon Luciano wartete. Und wer schon mal in New York war, der weiß, dass das mit dem Stadtverkehr dort so eine Sache ist… Zum Glück bewahrheitete sich der Spruch, dass „die Kirche nicht ohne die Braut beginnt“, sodass unsere kurze Verspätung der Trauung nicht im Wege stand.

 

Die schöne "Church of the Blessed Sacrament" bot schließlich den angemessenen Rahmen für eine beeindruckende Trauung. Aufs Genaueste choreografiert und dennoch hochfeierlich liefen die Bridesmaids und Groomsmen der Reihe nach in die Kirche ein, ehe Michelle von ihrem Vater hereingeführt wurde, dieser ihren Schleier lüften durfte und die Trauzeremonie begann.

 

 

Brautpaarshooting in der Rush Hour

 

 

Nach dem besinnlichen Gottesdienst und dem Ja-Wort wurde es dann wieder ein bisschen hektischer: Mit dem Brautpaar, den Brauteltern und den Trauzeugen ging es schnell in den Central Park zum Fotoshooting. Knappe Zeit, viele Passanten und vor allem die kalten Novembertemperaturen erschwerten das Shooting. Doch die dünnbekleidete Michelle hielt tapfer bis zum frühen Sonnenuntergang durch und wir konnten viele schöne Motive festhalten.
Danach ging es in die berühmte Grand Central Station, wo wir schon ein Jahr zuvor ein paar der Verlobungsfotos geschossen hatten. Obwohl wir mitten in der Rush Hour dort waren, schafften wir es, ein paar sehr schöne Gruppenfotos zu zaubern, die der tollen Bridal Party (Brautpaar, Brautjungfern und Trauzeugen) gerecht wurden: Nicht nur das Brautpaar strahlte in die Kamera, sondern auch die Brautjungfern mit ihren maßgeschneiderten Kleidern und die Trauzeugen in ihren eleganten Smokings.

 

 

Party am Wasser

 

 

Waren in der Kirche nur etwa 80 Hochzeitsgäste anwesend, so kamen am Abend noch ein paar mehr hinzu. 300 Gäste waren geladen mit Michelle und Luciano im „Lighthouse“ am Hudson River zu feiern. Eine atemberaubende Location mit bodentiefen Fenstern, durch die man freie Sicht über den Fluss bis hin zur Freiheitsstatue hatte und die funkelnden Lichter der Hochhäuser sah. Diese Lichter spiegelten sich wider in den hunderten kleinen Öllampen, die unter der Decke des Saales hingen und so einen glitzernden Sternenhimmel zauberten, unter dem Michelle und Luciano mit ihrem Hochzeitstanz gleich zu Beginn die Tanzfläche eröffneten. Eine zehnköpfige Band führte anschließend durch den Abend und hatte für jeden der internationalen Hochzeitsgesellschaft etwas Tanzbares im Repertoire: Ob Oldies, Charts, Salsa oder Reggaeton – die Tanzfläche blieb nie leer.


Waren einige Aspekte dieser amerikanischen Hochzeit neu für mich, so musste ich mit Freude feststellen, dass eines wohl fast immer gleich ist: An der Hochzeit darf gefeiert werden – und zwar so richtig! Das taten Michelle und Luciano dann auch mit ihren Gästen. Zwar gab es die ein oder andere ergreifende Rede und auch das Essen kam nicht zu kurz, doch vor allem wurde getanzt und die Liebe von Michelle und Luciano gebührend gefeiert.